Welttag der Epilepsie am 5. Oktober

Obwohl Epilepsie heute gut behandelbar ist, werden Betroffene nach wie vor häufig diskriminiert. Ein ganzheitliches Beratungs- und Behandlungsangebot ist daher immens wichtig. Das österreichweit einzigartige Projekt „Epilepsie im Zentrum (EIZ)“ setzt genau hier an.

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die vielfältige Ursachen (Entzündungen, Blutungen, Tumore, Unfallbedingte Verletzungen, etc.) hat und daher auch ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild zeigt. Rund drei bis fünf Prozent der Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens zumindest vorübergehend an Epilepsie. Damit handelt es sich um die häufigste neurologische Erkrankung. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird für die Steiermark zwischen 620 und 2.350 Fällen jährlich geschätzt – vor allem Jugendliche und Erwachsene jenseits des 60. Lebensjahres sind betroffen.

Österreichweit einzigartiges Beratungsangebot „Epilepsie im Zentrum (EIZ)“

Seit Jänner 2019 wird über den Gesundheitsfonds Steiermark das österreichweit einzigartige Projekt „Epilepsie im Zentrum (EIZ)“ angeboten. „Dieses Informations- und Beratungsangebot richtet sich sowohl an Betroffene, als auch an Angehörige und Personen, die im beruflichen Kontext mit Epilepsie zu tun haben und wird sehr gut angenommen“, so Michael Koren, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark. Insbesondere Fragen zu Diagnose und Therapie, Schule, Arbeit, Führerschein und Mobilität sind häufige Themen in den Beratungen.

Rückmeldungen von den Beratenen, aber auch Erhebungen in der fachlichen Umwelt zeichnen ein sehr positives Bild über die Arbeit der Beratungsstelle. Auch wurde das Projekt für die Beratungsarbeit in Kindergarten, Schule oder Hof 2020 mit dem 3. Platz des steirischen Kinderrechtspreises „TrauDi“ ausgezeichnet. „Um noch besser auf aktuelle Rahmenbedingungen eingehen zu können, ist eine Weiterentwicklung des Projekts geplant, die im November 2021 bei der Landes-Zielsteuerungskommission und der Gesundheitsplattform Steiermark beantragt wird“, so Koren.

Ganzheitlich behandeln und beraten

Trotz der prinzipiell guten Prognose ist Epilepsie auch heute noch ein Diskriminierungsgrund. Betroffene erreichen nach wie vor ein unterdurchschnittliches Bildungsniveau und haben schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt, obwohl sie in der Regel nicht an kognitiven Einschränkungen leiden. Häufig macht den Betroffenen und Familien die soziale Ausgrenzung mehr zu schaffen, als die Erkrankung selbst. Studien der letzten Jahre zeigen, dass die rein medizinische Versorgung bei Epilepsie zu kurz greift. Es braucht ganzheitliche Behandlungsformen, die zusätzlich zu den medizinischen und chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten auch Sozialberatung, Psychotherapie, etc. umschließen. Mit dem Projekt „Epilepsie im Zentrum (EIZ)“ wird dem in der Steiermark Rechnung getragen.

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Epilepsie braucht eine ganzheitliche Behandlung, die auch Sozialberatung, Psychotherapie etc. umschließt (Credit: SHVETS production/Pexels).

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