VERSORGUNG

Schlaganfall: Was ist das?

Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Unabhängig von der auslösenden Ursache kommt es bei gestörter Durchblutung zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel in den betroffenen Hirnregionen und in der Folge zur Schädigung der Hirnzellen bis zum Absterben oder zu einer Zerstörung durch Einblutung. Die Symptome hängen vom betroffenen Hirngebiet ab. Am häufigsten sind: Sprach-/Sprechstörung, Sprachverständnisstörung, Kraftminderung bis Lähmung, Taubheitsgefühl, Sehstörung.

Meistens wird ein Schlaganfall durch eine starke Einengung oder einen kompletten Verschluss einer Hirnarterie ausgelöst. Häufigste Ursachen dafür sind Arterienverkalkungen an den Halsschlagadern oder im Gehirn selbst, oder aber ein Blutgerinnsel, das sich an geschädigten Gefäßwänden oder bei Rhythmusstörungen im Herzen bilden kann und von dort weggeschwemmt wird. Weniger häufig ist eine Hirnblutung Ursache eines Schlaganfalls.

Schlaganfall ist die wichtigste Ursache für bleibende Behinderung im Erwachsenenalter und die dritthäufigste Todesursache in Österreich. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an: etwa 50 Prozent aller Schlaganfälle ereignen sich bei Menschen, die älter als 75 Jahre alt sind. Aber auch junge Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Schätzungen zufolge sind etwa fünf Prozent aller Betroffenen jünger als 40 Jahre alt.

Frauen sind im Schnitt älter als Männer, wenn sie einen Schlaganfall erleiden und haben häufiger mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Frauen und Männer weisen unterschiedliche physiologische Merkmale und soziale Lebenslagen auf. Diese Unterschiede können einen Einfluss auf den Verlauf nach dem Schlaganfall haben.

Risikofaktoren und Vorbeugungen
Warnsignale und Symptome
Akutversorgung
Rehabilitation und Nachsorge

Erste Hilfe im Notfall

Nichts zählt beim Schlaganfall so sehr wie die Zeit. Je schneller die Betroffenen behandelt werden, desto größer sind ihre Chancen, den Schlaganfall ohne dauerhafte Schäden zu überleben.

Daher: egal, welche der Warnzeichen auftreten, unverzüglich die Rettung (144) verständigen und folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen treffen:

PatientIn ist bewusstlos

  • keine Reaktion auf Ansprechen und sanftes Rütteln

  • bei nackenwärts leicht überstrecktem Kopf ist normale Atmung feststellbar

  • Beengende Kleidungsstücke öffnen

  • Stabile Seitenlagerung

  • Notruf 144

  • Nach Möglichkeit auch die betreuende Ärztin/den betreuenden Arzt benachrichtigen

  • Jede Minute Atemkontrolle

PatientIn ist bei Bewusstsein

  • Notruf 144

  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper

  • Beengende Kleidungsstücke öffnen

  • Die betroffene Person beruhigen und mit ihr sprechen

  • Für genügend frische Luft sorgen, zudecken und vor Sonne schützen

  • Nach Möglichkeit auch die betreuende Ärztin/den betreuenden Arzt benachrichtigen

  • Nach Möglichkeit auch die betreuende Ärztin/den betreuenden Arzt benachrichtigen

Tipp​! Besuchen Sie einen Erste Hilfe Kurs, damit Sie im Ernstfall bestmöglich gerüstet sind.

Versorgungssicherheit bei Schlaganfall

Die „Integrierte Versorgung von SchlaganfallpatientInnen in der Steiermark“ hat als Ziel, eine bestmögliche Versorgung betroffener Personen zu gewährleisten. Ein Schwerpunkt liegt darin, mit Informationsmaßnahmen das Erkennen des Schlaganfalls in der Bevölkerung und durch erstversorgende Personen zu verbessern, um bei Verdacht auf einen Schlaganfall einen raschen Transport in eine spezialisierte Abteilung für Schlaganfall (Stroke Unit) zu ermöglichen.

Die Daten zur Schlaganfallversorgung in den verschiedenen Versorgungsbereichen wurden für die Jahre 2013 bis 2017 von der Schlaganfallkoordination der ÖGK Landestelle Steiermark, dem Gesundheitsfonds und der EPIG GmbH umfassend ausgewertet und in einem Bericht „Integrierte Versorgung Schlaganfall Steiermark“ zusammengefasst, der von der Gesundheitsplattform abgenommen wurde.

Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Verbesserungsmaßnahmen der Schlaganfallversorgung in der Steiermark.