Nachlese „14. Netzwerktreffen Gesundheitsförderung“

Am 15. November 2021 fand von 09:00-11:00 Uhr das 14. Netzwerktreffen Gesundheitsförderung statt.

Im Mittelpunkt des 14. Netzwerktreffens Gesundheitsförderung stand das Thema „Gesundheitsberichterstattung“.

Gesundheitsberichterstattung Steiermark

Die Gesundheitsberichterstattung ist eine vom Land Steiermark an den Gesundheitsfonds Steiermark übertragene Aufgabe.

Im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung Steiermark werden drei Berichtsformate unterschieden.

  • Basisberichte

Alle fünf Jahr wird ein Basis-Gesundheitsbericht für die Steiermark veröffentlicht. Durch den umfassenden Gesundheitsbericht passiert ein zeitliches Monitoring des Gesundheitszustandes, des Gesundheitsverhaltens, der gesundheitlichen Rahmenbedingungen und der gesundheitlichen Versorgung der steirischen Bevölkerung.

  • Themenberichte „Im Blickpunkt“

Zu spezifischen Themen der Steirischen Gesundheitsziele und der Gesundheitsversorgung bis hin zum Pflegebereich werden ein bis zwei Themenberichte pro Jahr erstellt.

  • Kurzberichte „Im Detail“

Im Fokus sind einzelne gesundheitliche Einflussfaktoren, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen oder spezifische Aspekte der gesundheitlichen Versorgung bis hin zum Pflegebereich. Es werden etwa zwei Kurzberichte pro Jahr erstellt.

Nutzen von Gesundheitsberichten:

  • Vergleich einzelner Regionen wird möglich
  • Zeitliche Verläufe von einzelnen Thematiken können grafisch gut dargestellt werden
  • Aufzeigen von Bedarf an Maßnahmen zu einzelnen Themenbereichen
  • Aufzeigen von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei einzelnen Themenbereichen
  • Einflussnahme bei der Zielgruppensetzung bei einzelnen Maßnahmen

Der Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark

Der Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark wurde im August 2021 veröffentlicht und ist erstmalig ein Online-Bericht, der durch interaktive Grafiken spezifische Abfragen ermöglicht. Es gibt auch eine Kurzfassung zum Download.

Der Gesundheitsbericht gliedert sich in drei große Kapitel:

  • Demografie
  • Gesundheit & Krankheit
  • Gesundheitsziele

Die Indikatoren werden, wo es möglich ist, nach Geschlecht, Alter und Bildung aufgeschlüsselt.

Ausgewählte Ergebnisse aus dem Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark:

  • Der Bildungsstand gilt neben Einkommen und Berufsstatus als wichtiger Gradmesser für den sozioökonomischen Status und kann damit die Ungleichverteilung von Gesundheit und Krankheit in einer Bevölkerung sichtbar machen. Das Bildungsniveau der steirischen Bevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen. Der Anteil der Personen mit niedrigem Bildungsstand nimmt ab. Der Anteil der Personen mit höherem Bildungsstand nimmt zu.
  • 2019 beträgt die Lebenserwartung der steirischen Männer 79,5 Jahre. Die Lebenserwartung der steirischen Frauen beträgt 84,7 Jahre.
  • Die Lebenserwartung in (sehr) guter Gesundheit beträgt 2019 in der Steiermark 63,2 Jahren bei den Frauen und 61,8 Jahren bei den Männern.
  • Die steirische Bevölkerung wird älter. Es zeigen sich deutliche regionale Unterschiede in der Altersverteilung. So ist z. B. in Graz der Anteil der jüngeren Bevölkerung wesentlich höher als in ländlichen Gegenden.
  • Der Gesundheitszustand wird bei der Österreichischen Gesundheitsbefragung von 70,3 % der befragten Steirerinnen und 73,3 % der Steirer als gut oder sehr gut eingestuft. 2014 lag dieser Anteil etwas höher bei 74,4 % bzw. 79,0 %.
  • 82,9 % der Steirerinnen und 83,9 % der Steirer stufen ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut ein. Verglichen mit den Österreichischen Gesundheitsbefragungen 2006/07 und 2014 ist ein stetiger Anstieg zu beobachten. Ein höherer Bildungsstand beeinflusst die Lebensqualität positiv.
  • Menschen in Ein-Personen-Haushalten sind häufiger von sozialer Isolation oder Einsamkeit betroffen. Beides kann die Gesundheit ungünstig beeinflussen. 36,1 % aller Haushalte in der Steiermark sind Ein-Personen-Haushalte. Es leben mehr Frauen als Männer in Ein-Personen-Haushalten (Frauen: 54,1 %; Männer: 45,9 %).
  • Entsprechend den Bewegungsempfehlungen bewegt sich knapp die Hälfte der Steirerinnen und Steirer zwischen 20 und 65 Jahren in ihrer Freizeit in einem gesundheitsförderlichen Ausmaß.
  • 49,2 % der Steirerinnen und Steirer sagen von sich selbst, dass sie täglich Gemüse essen.
  • 52,5 % der Steier*innen essen nicht täglich Gemüse. Der Anteil der Frauen, die täglich Obst essen liegt mit 58,3 % deutlich höher als der Anteil der Männer mit 36,2 %.
  • Seelische Gesundheit: 77,0 % der befragten Steirerinnen und Steirer gaben an, nie aufgrund von Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit beeinträchtigt zu sein. Der Anteil der Männer, die sich nie beeinträchtigt fühlen ist mit 80,6 % etwas höher als bei den Frauen mit 73,6 %. Das Alter spielt bei dieser Fragestellung eine geringere Rolle als die Schulbildung. Personen mit einem Universitätsabschluss fühlen sich seltener beeinträchtigt als Personen, die maximal die Pflichtschule abgeschlossen haben.

Der Link zum gesamten Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark, inklusive aller grafischen Darstellungen, lautet:

https://gesundheitsbericht-steiermark.at

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