Gesundheitsberichterstattung

Im Blickpunkt – Tabak- und Nikotinkonsum in der Steiermark

Mit dem neuen Gesundheitsbericht über Tabak- und Nikotinkonsum in der Steiermark werden wesentliche und auf die Steiermark bezogene Daten zu Konsumgewohnheiten, zur Morbidität und zur Mortalität sowie zu Rahmenbedingungen des Rauchens zusammengetragen. Neben Daten zum Zigarettenkonsum werden in diesem Bericht auch Daten zum Konsum anderer tabak- und nikotinhaltiger Produkte wie E-Zigaretten oder Shishas beschrieben.

Rauchverhalten der erwachsenen Bevölkerung

Der Anteil der täglich oder fast täglich Rauchenden sank von 44,6 % im Jahr 2004 auf 22,8 % im Jahr 2015. Von den Männern rauchten im Jahr 2015 24,7 %, von den Frauen 20,8 % täglich oder fast täglich Zigaretten. Der Anteil der Personen, die ernsthaft überlegt haben mit dem Rauchen von Zigaretten  aufzuhören, ist von rund 19 % 2008 auf 32,0 % im Jahr 2015 gestiegen (36,1 % Frauen und 28,4 % Männer). Allerdings gibt es in der Zwischenzeit eine große Vielzahl an Tabak- und Nikotinprodukten, die hinsichtlich der Prävalenzen noch wenig verfolgt werden und daher in der Zukunft beobachtet werden müssen. 30,6 % der erwachsenen Steirerinnen und Steirer geben an, Shisha (Wasserpfeife) geraucht zu haben, jedoch erfolgt der Konsum nicht regelmäßig. 15,0 % berichten, E-Zigarette zu rauchen, 2,7 % geben an täglich oder fast täglich E-Zigaretten zu rauchen.

Rauchverhalten der Schülerinnen und Schüler

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die rauchen geht etwas zurück. Knapp die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Schulstufe (14–17 Jahre) gab im Jahr 2019 an, noch nie eine Zigarette geraucht zu haben. Dies sind um 5 % mehr als im Jahr 2015. 24 % der Schülerinnen und Schüler gaben 2019 an, in den letzten 30 Tagen geraucht zu haben; im Jahr 2015 waren es noch 30%. Die Anteile bei Mädchen und Burschen glichen sich ausgehend von höheren Prävalenzzahlen bei Mädchen im Jahr 2015 auf ein ähnliches Niveau 2019 an, so haben sich Geschlechterunterschiede in der Prävalenz verringert. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler von Polytechnischen Schulen und Berufsschulen, der zumindest einmal eine Zigarette probiert hat, ist mit 61,6 % im Vergleich zu den Schülerinnen und Schülern von anderen Schultypen über 10 % höher. Das Einstiegsalter beim Zigarettenrauchen geht eher nach oben. Im Vergleich zu 2015 schätzte 2019 ein größerer Anteil von Schülerinnen und Schülern das Risiko für körperliche Schäden oder Schäden anderer Art, das man durch Tabakkonsum eingeht, als hoch ein. Der Anteil derer, die kein Risiko erkennen, wurde kleiner.

Sowohl bei den unter als auch bei den über 16-jährigen Schülerinnen und Schülern schätzt 2019 ein höherer Anteil der Befragten die Verfügbarkeit von Zigaretten als sehr schwierig, ziemlich schwierig oder unmöglich ein.

Schülerinnen und Schüler konsumieren nicht mehr nur traditionelle Zigaretten. Es gibt eine Vielzahl an Tabak- und Nikotinprodukten, die zumindest ausprobiert werden. Vor allem der Konsum von E-Zigaretten steigt. 40 % der Schülerinnen und Schüler berichteten im Jahr 2019, dass sie E-Zigaretten probiert haben, davon knapp ein Drittel der Mädchen und knapp die Hälfte der Burschen.

Gesundheitliche Folgen von Tabak- und Nikotinkonsum

Die tabakassoziierten Todesfälle gingen in der Steiermark im Zeitverlauf von 2002 bis 2018 um etwa 10 Fälle je 10.000 EW zurück. Männer sind mit 12,3 Fällen je 10.000 EW etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen mit 6,1 Fällen. Von 2002 bis 2018 ging die vorzeitige Mortalität aufgrund von tabakassoziierten Diagnosen bei den Männern von 16 auf 12,3 Fälle je 10.000 EW zurück, bei den Frauen gab es in diesem Zeitraum kaum eine Veränderung.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen für den Tabakkonsum sind in Österreich relativ jung. Diese betreffen das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie und das heraufgesetzte Schutzalter für den Erwerb und Konsum von Tabakerzeugnissen bei Jugendlichen auf 18 Jahre. Veränderungen im Rauchverhalten aufgrund dieser Gesetzesänderungen werden in den nächsten Jahren zu beobachten sein.

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