GESUND BLEIBEN

Gesundheitskompetenz

Gesundheit verstehen, beurteilen & anwenden

Gesundheitskompetenz beschreibt die Fähigkeit und Motivation von Menschen, wichtige Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. Im Alltag hilft uns Gesundheitskompetenz dabei, gut informiert zu sein und Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen. Dadurch verbessern und erhalten wir unsere Gesundheit und Lebensqualität bis ins hohe Alter.

Gesundheitskompetenz ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Gesundheit. Die bisher wichtigste Studie zur Gesundheitskompetenz ist der Health Literacy Survey, welcher 2012 in acht europäischen Ländern durchgeführt wurde (Health Literacy Survey, 2012). Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher eine geringe oder sogar problematische Gesundheitskompetenz aufweisen. Im Vergleich der Bundesländer schnitt die Steiermark am schlechtesten ab.

Deshalb lautet eines der österreichischen Gesundheitsziele: „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“. Dieses Ziel ist die Grundlage für die folgenden Maßnahmen und Projekte des Gesundheitsfonds Steiermark.

Mehr zum Thema Gesundheitskompetenz finden Sie in unserem Gesundheitsbericht.

Unser Ziel

Die Steirerinnen und Steirer sollen bei der Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz unterstützt werden. Nur informierte und kompetente Menschen können Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Auch das Gesundheitssystem in der Steiermark soll einfacher und besser verständlich werden. Unser Ziel ist es, mehr Gesundheit in den Alltag der Steirerinnen und Steirer zu bringen – und das geht nur mit MEHR Beteiligung!

Dazu gibt es unterschiedliche Maßnahmen und Projekte, die in den nächsten Jahren in der ganzen Steiermark umgesetzt und vom Gesundheitsfonds Steiermark finanziert werden.

Maßnahmen und Projekte

Gesundheitskompetenz ist einerseits eine Frage der persönlichen Motivation und Fähigkeiten. Andererseits hängt die Gesundheitskompetenz auch von den Anforderungen der Umgebung und von Organisationen, wie zum Beispiel dem Gesundheitssystem ab. Im Förderungscall „Gesundheitskompetenz“ werden neuartige Projektideen gefördert und umgesetzt. Ziel dieser Projekte ist es, die individuelle und organisationale Gesundheitskompetenz zu stärken. Insgesamt wurden 65 Projekte eingereicht. Folgende 5 Projekte wurden von einer Jury ausgewählt und werden bis 2021 umgesetzt und anschließend evaluiert:

EVI-Pilotprojekt – Medizinische Universität Graz: „Evidenzbasierte Information zur Unterstützung von gesundheitskompetenten Einrichtungen“

Ziel des Projekts ist es, Patientinnen und Patienten in steirischen Hausarztpraxen und Gesundheitszentren gute Gesundheitsinformation (z.B. Broschüren) anzubieten. Dabei wird bereits vorhandene, hochwertige Gesundheitsinformation verwendet und weiterentwickelt. Das Ergebnis sind evidenzbasierte Informationen, die Patientinnen und Patienten bei gesundheitskompetenten Entscheidungen unterstützen. Diese Informationen gibt es als EVI-Box für Hausärztinnen und Hausärzte sowie auf der EVI-Homepage. Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Heli-D – Karl-Franzens-Universität Graz: „Health Literacy und Diversity für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I“

Das Ziel des Projekts ist es, ein digitales Trainingsprogramm zur Förderung der Gesundheitskompetenz zu entwickeln. Bei der Entwicklung des Programms wird die Vielseitigkeit der Schülerinnen und Schüler besonders beachtet (z.B. unterschiedliche Muttersprachen, geistige oder körperliche Beeinträchtigung, etc.). Das Besondere am digitalen Trainingsprogramm ist, dass es sich an die Fähigkeiten und Sprache der Schülerinnen und Schüler anpasst. So kann eine ganze Klasse gemeinsam an einem Thema arbeiten, unabhängig von persönlichen Fähigkeiten. Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Auf Gesundheitskurs! – FH JOANNEUM: „Ein Schulungsprojekt zur Förderung der individuellen und organisationsbezogenen Gesundheitskompetenz in Feldbach und der Region Südoststeiermark“

Ziel des Projekts ist es, die Gesundheitskompetenz und das Verständnis dafür bei verschiedenen Zielgruppen in der Region zu steigern. Die Gesundheitskompetenz wird mit einer Telefonbefragung gemessen. Darauf aufbauend werden Schulungen für Gesundheitskompetenz entwickelt und durchgeführt. In den Organisationen, die am Projekt teilnehmen, werden kleine Projekte durchgeführt. Ein weiterer Teil des Projekts ist ein 4-wöchiger Online-Kurs zum Thema „Gesundheitskompetenz in Betrieben“. Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Gemeinsam Gesundheit Gestalten – Verein Akzente: „Regionale Entwicklung für altersgerechte Gesundheitsversorgung“

Ältere Menschen im ländlichen Raum haben ein hohes Risiko für ungleiche Gesundheitsversorgung. Das Ziel des Projekts ist es, die Gesundheitskompetenz älterer Menschen zu stärken und medizinisches Personal auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten, Gesundheitsberufen und älteren Menschen wird in Denkwerkstätten gearbeitet und Gesundheitsinformationen werden entwickelt. Damit wird die Kommunikation zwischen älteren Menschen und dem Gesundheitssystem verbessert. Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Der Gesundheitskompetenz-Ring 007 – Maschinenring Steiermark: „Aufbau von Gesundheitskompetenz in der Berufsgruppe Landwirtschaft“

Ziel dieses Projekts ist es, die Gesundheitskompetenz bei Landwirtinnen und Landwirten zu stärken. Dazu werden sieben Gesundheitsthemen erarbeitet, die für diese Berufsgruppe wichtig sind.  Es werden Empfehlungen in verständlicher Sprache online zur Verfügung gestellt. Die Landwirtinnen und Landwirte sind aktiv an der Entwicklung beteiligt. Männer werden mit gesundheitsfördernden Angeboten schlechter erreicht. Deshalb werden in diesem Projekt verstärkt Männer angesprochen. Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Gesundheitszentren (auch: Primärversorgungseinheiten oder PVE) sind die erste Anlaufstelle für Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Gesundheitszentren sind für die Krankenversorgung der Menschen zuständig. Sie haben aber auch die Aufgabe, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und die Gesundheit der Patientinnen und Patienten zu fördern.

Ziel des Projekts ist es, die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung einfacher und besser verständlich zu machen. Deshalb gibt es in den Gesundheitszentren ein breites Angebot für Gesundheitsförderung und Prävention. Der Gesundheitsfonds Steiermark unterstützt die Gesundheitszentren dabei, eine gesundheitskompetente Organisation zu werden.

Die Gesundheitszentren der Steiermark finden Sie hier.

Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Anja Mandl, MA; anja.mandl@gfstmk.at oder +43 (0)316 877-5598

Der Dachverband der Sozialversicherungsträger hat gemeinsam mit dem Amt der oberösterreichischen Landesregierung und dem Gesundheitsfonds Steiermark einen Imagefilm zum Thema Gesundheitskompetenz veröffentlicht.

Das Motto des Films lautet „Gesundheitskompetenz funktioniert und bringt allen was“.
Folgende Themenbereiche werden anschaulich erklärt:

  • Gute Gesprächsqualität
  • Gute Gesundheitsinformation
  • Einbeziehung der Zielgruppe

Gesundheitskompetenz wird mit positiven Emotionen verbunden. Der Film richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Expertinnen und Experten sowie Vertragspartner und kann hier angeschaut werden.

Jugendliche schnitten in der Gesundheitskomptenz-Studie 2012 schlechter ab als Erwachsene (Health Literacy Survey, 2012). Schülerinnen und Schüler aus ärmeren und wenig gebildeten Familien haben häufig eine geringere Gesundheitskompetenz.

Im Projekt werden Schülerinnen und Schüler zu „Jugendgesundheit-Coaches“ ausgebildet. Sie lernen viel zu den Themen Ernährung, Bewegung, Sucht, Krankheitsbewältigung und psychische Gesundheit. Das gesammelte Wissen geben die Jugendgesundheit-Coaches an mindestens 4.500 andere Schülerinnen und Schüler weiter. Diesen Ansatz nennt man Peer-Education, d.h. Menschen geben Wissen an Gleichgesinnte weiter. Dadurch soll es den Jugendlichen leichter fallen, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

Dieses Projekt wird von der Österreichischen Gesundheitskasse umgesetzt. Hier finden Sie nähere Infos zum Projekt.

Seit mehreren Jahren ist MINI MED eine erfolgreiche Reihe an Gesundheitsveranstaltungen. Vorträge zu Gesundheitsthemen werden in leicht verständlicher Sprache angeboten. Das Angebot war bisher sehr medizinisch und soll um Themen der Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz erweitert werden.

Sogenannte MINI MED Botschafterinnen und Botschafter werden in einer dreitägigen Ausbildung zu Gesundheitskompetenz und Kommunikation geschult. Ziel ist es, dass MINI MED Botschafterinnen und Botschafter Gesundheitskompetenz-Projekte in den eigenen Organisationen umsetzen. Sie arbeiten in Bereichen, in denen sie täglich mit Menschen zu tun haben und bestimmte Zielgruppen einfach erreichen.

Die MINI MED Botschafterinnen und Botschafter arbeiten in Bereichen, in denen sie täglich mit Menschen zu tun haben und bestimmte Zielgruppen einfach erreichen. Die Zielgruppen der MINI MED Botschafterinnen und Botschafter waren:

  • Männer über 50 Jahren
  • Frauen im ländlichen Bereich
  • pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz

Dieses Projekt wurde vom Gesundheitsfonds Steiermark beauftragt und wird bis Ende 2020 durch die Regional Medien Austria GmbH, die Medizinische Universität Graz und die Fachhochschule Joanneum umgesetzt.

Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Anja Mandl, MA; anja.mandl@gfstmk.at oder +43 (0)316 877 5598

In der Steiermark gibt es immer mehr ältere Menschen (Regionale Bevölkerungsprognose, 2016). Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitskompetenz können dazu beitragen, dass Menschen bis ins hohe Alter gesund und selbstständig bleiben. Dadurch steigt auch die Lebensqualität.

Der Kurs „Meine Gesundheit – Meine Entscheidung“ wurde speziell für ältere Frauen und Männer entwickelt. Das Ziel des Kurses ist es, die Gesundheitskompetenz der älteren Menschen zu steigern. Sie sollen mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie sie gute Gesundheitsinformation erkennen und warum das Mit-Entscheiden in der Gesundheit so wichtig ist. Der Kurs zeigt ihnen auch, wie sie sich am besten auf ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin vorbereiten.

Das Projekt wird vom Institut für Gesundheitsförderung und Prävention umgesetzt. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Mit dem Projekt XUND und DU setzt LOGO jugendmanagement im Auftrag des Gesundheitsfonds Steiermark bis Ende 2021 unterschiedliche Maßnahmen um, um die Gesundheitskompetenz der steirischen Jugendlichen zu fördern.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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