GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet

Diverse Gesundheits- und Ernährungsberichte zeigen, dass das Essverhalten von Jugendlichen (aber auch von Erwachsenen) verbesserungswürdig ist: So essen gerade einmal 40 Prozent der SchülerInnen täglich Obst. Nur ein Drittel aller Jugendlichen isst täglich Gemüse. Ebenso ein Drittel frühstückt nie vor dem Weg in die Schule. Darüber hinaus gelten mindestens 17 Prozent der Jugendlichen als übergewichtig und adipös – Tendenz steigend!

Ein gut zusammengestelltes Angebot am Schulbuffet und bei den Schulautomaten kann dabei unterstützen, diesem Trend entgegenzutreten bzw. das Ernährungsverhalten zu verbessern. Es leistet einen essenziellen Beitrag zur Gesundheitsförderung und hilft, Fehl- und Überernährung vorzubeugen. Darüber hinaus unterstützen passende Zwischenmahlzeiten auch die schulischen Leistungen, indem sie die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit fördern.

Doch nicht nur das Ernährungsverhalten ist verbesserungswürdig, auch das Angebot an manchen Buffets und vor allem auch an Schulautomaten (siehe aktuelle Studie der AK Steiermark) ist optimierbar!

Wir wollen hier unterstützen!

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Programm „GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet“. Folgendes ist zu finden:

Programmbeschreibung und Leitlinien
Teilnahme
Marketing (Nudging)
Rezepte
Selbstcheck
Orientierungshilfen/Werkzeuge
Erfolge des Programms
Newsletter
Videos

Gesundes Essen sollte keine Zwangsbeglückung sein

Den KonsumentInnen Lust auf gesunde Produkte zu machen ist wirksamer als das Agieren mit dem erhobenen Zeigefinger. Deshalb darf es auch an Schulbuffets noch die klassische Extrawurstsemmel oder – in kleinen Mengen – Mehlspeisen und Süßigkeiten im Angebot geben. Gleichzeitig – bzw. überwiegend – sollen aber Angebote wie trendige Smoothies, Schichtmüslis mit frischem saisonalem Obst, knackige Salate und herzhafte Vollkorn-Weckerl mit geschmackvoller Gemüsefüllung zur Auswahl stehen. Die gesündere Wahl soll die einfachere Wahl sein! Gesundheitsförderliche Angebote sollen daher auch besser präsentiert und beworben werden.

Der Schlüssel zum Erfolg eines nachhaltig installierten gesunden und gut angenommenen Verpflegungsangebotes liegt darüber hinaus darin, eine Balance zwischen wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und Akzeptanz des Angebotes bei SchülerInnen und LehrerInnen zu schaffen. Dieses Thema muss auch unter Berücksichtigung der Umgebungsfaktoren (z. B. Gibt es Konkurrenzbetriebe in der Umgebung?) bzw. weiterer Rahmenbedingungen (z. B. Wie wird mit dem Thema Essen und Trinken allgemein in der Schule  umgegangen? Welche räumlichen Adaptierungsmöglichkeiten gibt es? ) bearbeitet werden.

Genau hier setzt das Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet an.

Programmbeschreibung und Leitlinien

Um steirische Schulbuffets bei der Umsetzung eines erfolgreichen und gesundheitsförderlichen Angebotes  zu unterstützen, gibt es das Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – UNSER SCHULBUFFET.

Es  wurde von der steirischen Fach- und Koordinationsstelle Ernährung des Gesundheitsfonds Steiermark beauftragt und wird in Kooperation mit der Bildungsdirektion für Steiermark umgesetzt. Die Betreuung der Schulbuffets übernimmt Styria vitalis. Die Umsetzungsphase läuft von 2020 bis 2022. Das Programm basiert auf der „Leitlinie Schulbuffet“ und dem diesbezüglich vorangegangenen Beratungsprogramm (2016-2018) sowie auf den „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“.

Ziel ist ein gesundheitsförderliches Angebot, das schmeckt, gut ankommt und wirtschaftlich tragbar ist! Die gesündere Wahl soll zur einfacheren Wahl werden.

Um dies umsetzen zu können, bekommen steirische

  • Schulbuffets sowie
  • fliegende HändlerInnen (Bäckereien, …)

nach einem festgelegten Konzept professionelle und kostenlose Beratung von mobilen Coaches.

Darauffolgend wird im Kern das Warenangebot am Schulbuffet, aber auch an den Automaten begutachtet und evaluiert.

Entspricht das Angebot definierten Vorgaben, bekommt das Schulbuffet eine Auszeichnung bzw. ein Stärkenprofil. Darüber hinaus gibt es kostenfreie Schulungs- und Vernetzungsangebote und weitere Unterstützungsmaßnahmen wie ein kostenfreies Marketingpaket (beinhaltet: Servietten, Aufsteller, Aufkleber, …)

„Steirische Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ und „Leitlinie Schulbuffet“

Die in den „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ definierten Anforderungen für Schulbuffets basieren auf den Mindestkriterien der „Leitlinie Schulbuffet“. Die Mindeststandards sehen aber noch weitere Anforderungen vor bzw. gehen über die „Leitlinie Schulbuffet“ hinaus (z.B. der regionale & saisonale Einkauf, die Verwendung von Bio- und Fairtrade-Produkten, die gesundheitsförderliche Automatenbefüllung, die Anforderungen an ein gesundheitsförderliches warmes Mittagessen).

Diese Anforderungen für Schulbuffets und Automaten aller Art können Sie im Detail den Checklisten zu den Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung entnehmen.

Eine kompakte Zusammenfassung der Mindestkriterien für Schulbuffets finden Sie hier.

Die „Leitlinie Schulbuffet“ wurde vom Bundesministerium für Gesundheit 2011 herausgegeben. Diese sieht die Umsetzung von Mindestkriterien vor, hat aber auch langfristige Ziele definiert.

Teilnahme am Programm

Anmeldung

Betriebe und Schulen, die am Programm teilnehmen

Hier finden Sie eine Übersicht der Betriebe, die im Schulbuffet-Programm beraten werden.

Dies sind die bisherigen teilnehmenden Buffetbetriebe im neuen Beratungsjahr 2021:

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei allen Betrieben bedanken, die an jedem Schultag ihre KundInnen mit besonderem Engagement und einem guten, gesundheitsförderlichen Angebot unterstützen.

Von der Praxis für die Praxis:
Infos zum Marketing (Nudging)

Häufig kommt die Rückmeldung, dass gesündere Speisen von KundInnen nicht gerne gewählt werden. Nudging kann hier – zusätzlich zu Ihrem geplanten Angebot – Abhilfe schaffen. Unter Nudging versteht man, eine Entscheidung mit Anreizen zu erleichtern. Machen Sie es für Ihre Gäste attraktiver, die gesündere Jause zu wählen! Die Beratung im Rahmen des Programmes GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet bzw. die Unterlagen und Materialien, die Sie im Rahmen des Programmes erhalten, unterstützen Sie dabei!

Folgende Nudging-Maßnahmen können Erfolg versprechen:

  • Bessere Benennung von gesundheitsförderlichen Speisen z.B. Energy-Bowl to go (Couscous-Kichererbsen-Bowl im Glas)

  • Bessere bzw. auffälligere Positionierung von gesunden Snacks und Getränken, z.B.:

    • Obstkorb wird zentral und auffällig positioniert
    • Positionierung von gemüsereichen Snacks auf grünen Tabletts
    • Kennzeichnung von Ausgabestellen für gesunde Snacks mit grünen Klebebanderolen
  • Auffälligeres Geschirr bzw. Servietten für gesunde Snacks: z.B. besondere Servietten für g‘miasige Snacks

  • Aufsteller am Buffet, die auf gesundheitsförderliche Angebote hinweisen z.B. auf das Aktionsangebot der Woche, die Müsli-Bowl, das Powerweckerl

  • Bessere Verfügbarkeit z.B. mehr vegetarische Weckerl, ideale Getränke, unterschiedliche Obstvarianten werden angeboten

  • Bessere Preisgestaltung/Aktionstage, Sammelpass, z.B.:

    • das günstigste ist auch ein gutes und gesundheitsförderliches Produkt, z. B. ein Vollkornweckerl, gefüllt mit Käse und Gemüse
    • das Produkt der Woche ist ein gesundheitsförderlicher Snack
  • Durchführung von Aktionstagen/-wochen, z.B. es gibt einen Müsli-Tag der Woche oder z. B. eine Erdbeer- oder Kürbiswoche

  • KundInnen miteinbeziehen, z.B.:

    • Umfrage zu neuen Produkten starten
    • wenn wirtschaftlich möglich, kleine Kostproben neuer Produktvarianten anbieten und schmackhaft machen

Kinder- & Jugendgerechte Rezepte

Hier finden Sie Rezepte zur Umsetzung einer gesundheitsförderlichen Verpflegung am Schulbuffet – ausprobiert und für gut befunden.

Folgende Rezepte empfehlen wir Ihnen besonders:

Selbstcheck

Im Rahmen des Beratungsprogrammes erhalten steirische Schulbuffet eine umfangreiche Unterstützung und auch Checks.

Wenn man sich als Schule/Schulbuffetbetreiber aber auch selbst im Rahmen des Qualitätsmanagements prüfen möchte, gibt es auch dazu Unterlagen bzw. Werkzeuge.

Voraussetzung für den Selbstcheck ist allerdings eine sehr gute Produktkenntnis bzw. die SIPCAN-Getränkeliste, die SIPCAN-Milchlisten und die SIPCAN- Süßigkeitenliste.

Werkzeuge dazu:

GGG-Selbstcheck Schulbuffet

GGG-Automatencheck (gültig für alle Arten von Automaten)

Der Blick in den Automaten kann einiges über die Qualität der Verpflegung in der Einrichtung verraten. Natürlich umso mehr, je ausführlicher die Produkte am Automaten gekennzeichnet sind. Beim Check wird genau überprüft, welche Produkte im Automaten angeboten werden. Das Ergebnis wird dann mit den Empfehlungen aus den steirischen Mindeststandards gegenübergestellt und beurteilt.

Orientierungshilfen im Zusammenhang von Schulbuffets

Produktlisten

Um bei der Flut von Produkten eine schnelle Übersicht zu bekommen, haben wir Ihnen folgende Produktlisten als Orientierungshilfe aufgelistet. Mit Hilfe dieser Listen können Sie schnell wenig gesundheitsförderliche Produkte gegen bessere Produkte austauschen. Darüber hinaus finden Sie hier Informationen über Firmen, die nachhaltiges Verpackungsmaterial anbieten.

Listen zur optimalen Getränkeauswahl (besonders hilfreich, wenn man Getränkeflaschen kauft):

Listen zur optimalen Auswahl von Milch und Milchprodukten(besonders hilfreich, wenn man fertige Milchprodukte kauft):

Listen zur optimalen Auswahl von Süßigkeiten:

  • Die aktuelle Liste befindet sich gerade im Aktualierungsprozess und wird Ihnen nach Veröffentlichung umgehend zur Verfügung gestellt.

Nachhaltiges Verpackungsmaterial

Hier finden Sie recherchierte Betriebe, die nachhaltiges Verpackungsmaterial anbieten:

Infos zur Allergenkennzeichnung

Infos zur Hygiene

 

COVID-19 spezifische Informationen:

Infos zur Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht bei Schulbuffets

  • Umfangreiche Broschüre von SIPCAN

Wie erfolgreich ist das Programm?

Hier finden Sie Evaluierungsberichte zum Gesamtprogramm.

  • Evaluierung des steirischen Programmes 2017:

Die Umsetzbarkeit sowie Wirksamkeit des steirischen Programmes wurde 2017 in einer – von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung beauftragten – Studie untersucht. Das wichtigste Ergebnis: Das Programm wird von BuffetbetreiberInnen und Stakeholdern gut angenommen und zeigt Wirkung. So konnte die prozentuelle Erfüllung der Leitlinie Schulbuffet über die Jahre 2012-2016 stetig gesteigert werden. Hier finden Sie eine Kurzfassung der Evaluierungsergebnisse.

  • Evaluierung der Umsetzbarkeit der „Leitlinie Schulbuffet“ durch das Bundesministerium aus dem Jahr 2013:

Kernergebnisse: Nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durch die Optimierung des Warenangebots wurden von den Buffet-BetreiberInnen kaum wahrgenommen. Die Beobachtungen vor Ort haben gezeigt, dass Großteiles Verschiebungen innerhalb des Sortiments stattgefunden haben: Wurde bei den Süßigkeiten weniger eingenommen, nahm beispielsweise der Umsatz bei Obst, Studentenfutter, selbstgemachten Mehlspeisen, Müsli, frisch gepressten Säften, Smoothies etc. zu. Buffet-BetreiberInnen und sonstige EntscheidungsträgerInnen glauben, dass ein Schulbuffet, das den Empfehlungen der „Leitlinie Schulbuffet“ entspricht, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen langfristig umsetzbar sei. Hier finden Sie den Evaluierungsbericht.

Der Newsletter

Im Rahmen des Programmes gibt es die Möglichkeiten 2 x im Jahr einen Newsletter mit Praxisbeispielen zugeschickt zu bekommen.

Möchten auch Sie einen Newsletter? Dann melden Sie sich bitte direkt bei Styria vitalis dafür an!

Kontakt:

Beispiele für Newsletter:

aus dem Vorprogramm (2016-2018)

Informationsvideos zum gesunden Angebot

In der Folge finden SchulbuffetbetreiberInnen, aber auch sonstige interessierte Personen aus dem Bereich Schulverpflegung gute Spots aus vorangegangenen Projekten im Schulbuffetbereich, wie z.B. Spots aus dem Jahr 2012, welche im Rahmen des Projektes Schulbuffet ok (wurde nur in der Steiermark umgesetzt), produziert wurden. Die Erfahrungen dieser Projekte ist selbstverständlich in das bestehende Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN-Unser Schulbuffet eingeflossen. Aus diesem Grund möchten wir auch diese guten Spots nicht in Vergessenheit geraten lassen! Wir wünschen viel Vergnügen beim Schauen.

Die Verführung (zum ungesunden/gesunden Essen): Rote Rüben-Herz Weckerl

Brainfood: Nussaufstrich

Light-Produkte: Bananenmilch

Pausengetränke: kalter Früchtetee & Obstwasser

Gemüsesticks: Regionale Bio-Gemüsesticks mit Joghurt-Schnittlauch-Knoblauch-Dip

Zuckerfalle: Fruchtiger Zitronen-Mohn-Muffin

Herzweckerl: Zusammenarbeit mit Bäckerei

Salz: Pikante Knuspernüsse

Ofenkartoffel: Folienkartoffel mit Frischkäse-Paprika-Joghurt-Dip

Fett: Schubu-Burger

Gesund ist teurer? Karotten-Apfel-Aufstrich

Bioladen: Fruchtige Joghurt-Topfen-Creme

Was wächst wann? Regionale Produkte vom Markt

Erlebnistag: Ein Erlebnistag macht auch SchülerInnen neugierig auf gesundes Essen und Trinken

Team: Nur die Umsetzung im Team bringt den gewünschten Erfolg

Sinnhaftigkeit der Ernährungspyramide für Jugendliche schmackhaft erklärt

Pimp dein Schulbuffet: Erfolg durch ein optimiertes Angebot

Geh auf Augenhöhe: Präsentation gesundheitsförderlicher Speisen

Das Auge isst mit: Präsentation gesundheitsförderlicher Speisen