Disease Management Programm "Therapie aktiv"

Mit diesem Disease Management Programm (DMP) soll für PatientInnen mit der gesicherten Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 insbesondere eine Vermeidung von Symptomen der Erkrankung einschließlich der Vermeidung neuropathischer Symptome sowie eine Reduktion des erhöhten Risikos für kardiale zerebrovaskuläre Morbidität und Mortalität einschließlich Amputationen erreicht werden. Ebenso sind die Vermeidung oder die Hinauszögerung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen wie Sehbehinderung, Niereninsuffizienz oder diabetisches Fußsyndrom Ziele des DMP.
Im Rahmen des DMP werden PatientInnen von geschulten DMP-ÄrztIn nach definierten Kriterien ausgewählt und in das Programm eingeschrieben. Die Einschreibung in das DMP erfolgt, um eine kontinuierliche Betreuung der PatientInnen sicher zu stellen. Die/der DMP-ÄrztIn erbringt Leistungen im Zuge der Erst- sowie der Weiterbetreuung für die eingeschriebenen PatientInnen. Mit den PatientInnen werden Zielvereinbarungen abgeschlossen. Um eine möglichst hohe Betreuungsqualität für die DMP-PatientInnen zu gewährleisten, haben die ÄrztInnen auch bestimmte strukturelle Voraussetzungen zu erfüllen. Zentrales Element der Qualitätssicherung ist der Dokumentationsbogen. Dieser Dokumentationsbogen enthält anamnestisch-medizinische Parameter sowie Angaben zu Therapie, Zielvereinbarung und Lebensqualität. Die Dokumentation wird durch die/den DMP-ÄrztIn durchgeführt. Der Dokumentationsbogen stellt auch die Grundlage für die Honorierung der/des DMP-ÄrztIn dar. Die Schulung der DMP-ÄrztInnen erfolgt durch die Ärztekammer. Die DMP-Administration wird durch die Steiermärkische Gebietskrankenkasse wahrgenommen.
Besonderes Augenmerk wird auf PatientInnen mit diabetischem Fußsyndrom gelegt. Zur Versorgung des diabetischen Fußsyndroms wird derzeit ein Versorgungsebenen übergreifendes Modell erarbeitet, in dem PatientInnen vom niedergelassenen Bereich nach einheitlichen Kriterien in Diabetische Fußambulanzen überwiesen und dort bis zur Abheilung des Ulcus versorgt werden. Am Weltdiabetestag, dem 14. Nov. 2009, wurden die Fußambulanzen im LKH-Univ.Klinikum Graz, im LKH Hörgas, im Marienkrankenhaus Vorau sowie im Fachärztezentrum der Stmk. Gebietskrankenkasse in Betrieb genommen. Die Fußambulanz am LKH Bruck hat im Herbst 2010 gestartet. Zwischen den Besuchen in der Diabetischen Fußambulanz erfolgt die Wundversorgung durch niedergelassene ÄrztInnen oder die Hauskrankenpflege. Nach Abschluss des Behandlungsfalls in der Diabetischen Fußambulanz erfolgt die Weiterversorgung im niedergelassenen Bereich.
 
Auskünfte:
Ing. Johannes Strohriegel, +43 (0)316 877-5576,