Konzept Qualitätsstrategie

Um eine qualitätsvolle und sichere Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu unterstützen, wurde die Qualitätsstrategie für das steirische Gesundheitswesen erarbeitet. Dabei wurde die gesetzliche Möglichkeit der Vereinbarung gem. Art. 15a B-VG genutzt, um auf Landesebene eine Qualitätssicherungskommission (QSK) zu etablieren. Diese soll eine institutions-, sektoren- und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen, sich der qualitätsrelevanten Fragestellungen annehmen und als Informationsdrehscheibe für alle PartnerInnen des steirischen Gesundheitswesen dienen. Die Vorbereitungsarbeiten zielten darauf ab, die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, auf deren Basis die erarbeitete Qualitätsstrategie umgesetzt und weiterentwickelt werden kann.
 

Die strategische Schwerpunkte der Qualitätsstrategie sind:

  • Steigerung der PatientInnensicherheit
  • Verbesserung der Kommunikations- und Informationsstrukturen/e-Health
  • Qualitätsgesicherte PatientInneninformation
  • Weiterentwicklung von Qualitätsindikatoren
  • Ausbau der Leitlinienarbeit
Zur Umsetzung dieser Schwerpunkte wird jährlich von der QSK ein Arbeitsprogramm erstellt und durch die Gesundheitsplattform Steiermark beschlossen. Der derzeitige Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Steigerung der PatientInnensicherheit. Dazu wurden zwei Initiativen zu den Themen Händehygiene und Learning & Reporting entwickelt:
 
Initiative PatientInnensicherheit Steiermark (IPS)
Oberstes Ziel der PatientInnensicherheit ist die Vermeidung von unerwünschten Ereignissen. Meldungen über unerwünschte Ereignisse oder Beinahe-Fehler liefern wertvolle Informationen über mögliche Risikoquellen. Ausschlaggebend für eine nachhaltige Risikoreduktion ist die systematische Bearbeitung solcher Meldungen innerhalb einer Organisation. Viele Gesundheitseinrichtungen haben diesen Vorteil bereits für sich erkannt und haben unterschiedliche Learning & Reporting-Systeme im Einsatz, um diese wertvollen Meldungen durch die eigenen MitarbeiterInnen zu nutzen. Die Initiative PatientInnensicherheit Steiermark (IPS) ist eine Initiative der Gesundheitsplattform Steiermark und wurde von der Qualitätssicherungskommission entwickelt. Ziel der Initiative ist es, das Lernen aus Meldungen von unerwünschten und kritischen Ereignissen zu unterstützen und zu vernetzen. Die Learning & Reporting-Systeme der Gesundheitsdiensteanbieter können durch IPS steiermarkweit auf freiwilliger Basis so zusammenarbeiten, dass daraus gemeinsames Lernen und Entwickeln möglich werden.
 
AKTION Saubere Hände - Händehygiene im steirischen Gesundheitswesen
PatientInnen werden im Krankheitsfall nicht ausschließlich im Krankenhaus behandelt, weshalb die Verschleppung von Keimen ein relevantes Problem für alle Gesundheitssektoren darstellt. Krankenhausinfektionen führen neben höheren Mortalitätsraten und längeren Krankenhausaufenthalten vor allem zu einem zusätzlichen Leid für die PatientInnen. In zahlreichen internationalen Studien konnte belegt werden, dass insbesondere solch grundlegende Maßnahmen wie die Händehygiene einen großen Effekt zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen zeigen. Gleichzeitig wurde in vielen Untersuchungen nachgewiesen, dass genau diese einfache Maßnahme aufgrund verschiedener Faktoren wie Zeitdruck oder unzureichende Spenderausstattung oftmals nicht ausreichend befolgt wird.

Aufbauend auf die WHO Kampagne „Clean Care is Safer Care" wurde in Deutschland die Kampagne „AKTION Saubere Hände" ins Leben gerufen. Die "AKTION Saubere Hände" startete 2008 mit dem Ziel die Compliance der Händedesinfektion in Gesundheitseinrichtungen zu erhöhen. In Österreich gibt es keine derartige Kampagne. Weshalb sich die Gesundheitsplattform Steiermark entschlossen hat, die „AKTION Saubere Hände" im steirischen Gesundheitswesen umzusetzen.
Die Kampagne berücksichtigt sämtliche Sektoren des Gesundheitswesen - Krankenanstalten, stationäre Pflegeeinrichtungen, niedergelassene Arztpraxen, Hauskrankenpflege, Rettungsdienste und Reha-Einrichtungen. Wobei die „AKTION Saubere Hände" in einem ersten Schritt in steirischen Krankenanstalten und stationären Pflegeeinrichtungen gestartet wird.
Weitere Informationen: AKTION Saubere Hände 
 
Medizinische Datenqualität und medizinische Qualitätskontrolle
Die im Zuge der Leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) erfassten Daten stellen die Basis für Weiterentwicklungen im stationären Bereich dar. Es handelt sich dabei um Daten die zum Zwecke der Finanzierung der Leistungserbringung im stationären Bereich erfasst werden und damit die Basis für die Mittelverteilung darstellen. Darüber hinaus sind die LKF-Daten die einzige Datenquelle für Diagnose- und Leistungsberichte im stationären Bereich und werden daher auch für Planungen herangezogen. Aufgrund dieses Umstandes ist es umso deutlicher, dass hier eine möglichst vollständige und richtige Dokumentation vorliegen muss. Die Überprüfung der medizinischen Datenqualität stellt daher eine wesentliche Aufgabe der Gesundheitsfonds dar.
Zur Erfüllung dieser Aufgabe arbeitet die Geschäftsstelle des Gesundheitsfonds mit der ExpertInnengruppe Medizinische Qualitätskontrolle (medQK) und mit der Datenqualitätsgruppe der Bundesländer zusammen.