niere.schützen - Personen mit chronischer Nierenerkrankung früh erkennen und strukturiert behandeln

Aufbauend auf den Ergebnissen und Empfehlungen des Reformpoolprojekts „Nephrologische Versorgung in der Steiermark" der Jahre 2007 und 2008 wurde unter der Federführung des Leiters der Klinischen Abteilung für Nephrologie des LKH Univ.-Klinikums Graz Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz von Gesundheitsfonds und Steiermärkischer Gebietskrankenkasse ein strukturiertes Programm entwickelt, dessen Ziel es ist, Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen sowie von Nierenerkrankungen Betroffene bedarfsgerecht und abgestuft zu betreuen. Die Entwicklung des Umsetzungskonzepts sowie die Implementierung wurden im Landeszielsteuerungsvertrag 2013 – 2016 als operatives Ziel 7.1.2.1 Sicherstellen einer integrierten nephrologischen Versorgung in der Steiermark durch Land und Sozialversicherung beschlossen.

Das Problem – chronische Nierenerkrankungen bleiben lange unbemerkt

Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung haben meist lange keine Symptome. Diese treten in der Regel erst auf, wenn die Nieren ihre Funktion nahezu vollkommen eingestellt haben und das Fortschreiten der Erkrankung nicht mehr beeinflusst werden kann.

Die Idee – Bewusstsein schaffen/Bedarfsgerecht betreuen

Man weiß, dass das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung bei gewissen Personengruppen erhöht ist, das sind v.a. Personen in der Altersgruppe 40 bis 65 Jahre mit

  • Diabetes
  • Bluthochdruck oder 
  • Fällen von chron. Nierenerkrankung in der Familie.

Durch einfache Laborbestimmungen im Blut (Kreatinin im Serum und Berechnung der glomerulären Filtrationsrate) und im Harn (Albumin/ Kreatinin-Quotient) kann bei Personen mit Risikofaktoren festgestellt werden, ob die Nierenfunktion noch in Ordnung ist. Sollte sie bereits beeinträchtigt sein, sollen die Betroffenen je nach Krankheitsstadium bei ihren HausärztInnen, InternistInnen oder NephrologInnen abgestuft und bedarfsgerecht betreut werden. Durch die konsequente Therapie der Risikofaktoren kann das Fortschreiten der Nierenfunktionsstörung meist verzögert und teilweise sogar zum Stillstand gebracht werden. Erfreulicherweise kann damit auch das Risiko für andere Herzkreislauferkrankungen positiv beeinflusst werden.

Die Umsetzung in der Steiermark –

Für das Programm wurde neben der Definition der Risikogruppen für die Screeninguntersuchungen ein abgestuftes Überweisungsschema entwickelt, das als Pfad für die weitere Betreuung in Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen zu verstehen ist. Die Gesamtbetreuung bleibt in allen Stadien bei der HausärztIn. Die internistische und, in fortgeschrittenen Fällen, nephrologische Abklärung und Mitbetreuung soll zu einer bedarfsgerechten Optimierung der Versorgung und Senkung des kardiovaskulären Risikoprofils führen. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz soll der PatientIn ausreichend Zeit für eine informierte Entscheidung über die Therapiewahl bleiben.

Das Programm wurde 2015 mit Unterstützung des Instituts für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Medizinischen Universität Graz bei HausärztInnen pilotiert. Die offizielle Programm-Präsentation erfolgte im November 2015. Der Roll-out von niere.schützen ab Anfang 2016 wird von einer Reihe von Fortbildungsangeboten begleitet.

 

Kontaktperson:
Bei Fragen zum Programmwenden Sie sich an die Koordinatorin
MAG. (FH) Silke MAYER, MPH (GKK), Tel. +43 (0)316 8035-5314, mailto: silke.mayer@stgkk.at, bzw.
Dr. Astrid Knopp, MPH, +43 (0)316 877-5554 (Gesundheitsfonds), mailto: astrid.knopp@stmk.gv.at