Der Fachbeirat für gendergerechte Gesundheit

Der Gesundheitsfonds Steiermark bekennt sich zu einer qualitätsvollen und sicheren, zielgruppenspezifischen und gendergerechten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. 

In zahlreichen Studien wurde festgestellt, dass das biologische Geschlecht und Gender als die soziale Geschlechterrolle wesentlich die Gesundheit von Frauen und Männern bestimmen. Unterschiede treten dabei vor allem hinsichtlich der Lebenszusammenhänge, des Empfindens des Gesundheitszustandes, des Risikoverhaltens, der Wahrnehmung von Gesundheit, Krankheit und Behinderung auf. Auch ist der Zugang zu medizinischen und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen von den Geschlechtern unterschiedlich. Im Bewusstsein um diese Gegebenheiten und die Notwendigkeit auch im Sinne der Charta des Zusammenlebens in Vielfalt des Landes Steiermark sollen diese Aspekte in die Maßnahmen des Gesundheitsfonds Steiermark Eingang finden. Dies kann nur unter enger Zusammenarbeit aller relevanten Institutionen, Sektoren und Berufsgruppen erreicht werden. Der Gesundheitsfonds Steiermark fördert diese interdisziplinäre Zusammenarbeit durch die Etablierung eines Fachbeirates für gendergerechte Gesundheit. Dieser bringt die Erfahrungen aus der Praxis, die Expertise der Fachbeiratsmitglieder und die Forschungsergebnisse zu geschlechterspezifischer Medizin und Gendergesundheitsforschung über die Gesundheitsplattform Steiermark in das steirische Gesundheitssystem ein.
Darüber hinaus zeigt sich die generelle Bedeutung der Gleichstellung von Frauen und Männern in zahlreichen nationalen, internationalen und europäischen Normen, herauszustreichen sind in diesem Zusammenhang Art. 23 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union sowie Art. 7 B-VG.​ 

Aufgabenbereiche des Fachbeirates
Der Fachbeirat für gendergerechte Gesundheit ist ein interdisziplinär arbeitendes Fachgremium, das die Gesundheitsplattform bei der Erfüllung der aufgeben für Gendergerechtigkeit bei der Gesundheitsversorgung sowie Gesundheitsförderung und Prävention unterstützt. Österreichweit ist der Fachbeirat für gendergerechte Gesundheit einzige Gremium mit dieser Funktion.

Der Fachbeirat für gendergerechte Gesundheit folgende Aufgaben:
  1. Mitarbeit an bundesweiten Aktivitäten zum Thema gendergerechte Gesundheitsversorgung
  2. Monitoring der Forschungsaktivitäten und -ergebnisse zu genderspezifischer Gesundheitsversorgung ​
  3. Beratung der Gesundheitsplattform durch
    • Erstellung von Expertisen und Stellungnahmen zu diversen Themen unter dem Aspekt der gendergerechten Gesundheitsversorgung, -förderung und Prävention.
    • Einbringen von Aktivitäten und Projekten, die die Umsetzung einer genderspezifischen Gesundheitsversorgung, -förderung und Prävention in der Steiermark voranbringen​
    • Förderung einer gendergerechten Perspektive auf Gesundheit in der Gesundheitsplattform als Querschnittsaufgabe
  4. Au​fbereiten von Statistiken zur Darstellung von Gendergerechtigkeit in der Leistungserbringung

Zusammensetzung
Die Zusammensetzung des Fachbeirates erfolgt nach folgenden Kriterien:
  • Fachkompetenz Gendergesundheit
  • Interdisziplinarität
  • Feldkenntnis
  • Kompetenz in Frauen- und Männergesundheit
  • Repräsentanz unterschiedlicher Bereiche

Mit Mitglieder des Fachbeirates sind ExpertInnen ihres jeweiligen Arbeitszusammenhanges, aber auch persönlich Betroffene, Behandelte und VertreterInnen der Zielgruppe.

Mitglieder des Fachbeirates
  • Lisa Rücker (Vorsitzende)
  • Dr.in Eva Adamer-König; FH Joanneum
  • Dr.in Almut Frank, MPH; Stmk. Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.
  • Dr.in Felice Gallé; Frauengesundheitszentrum
  • Dr.in Barbara Hey; Karl-Franzenz-Universität, Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung
  • Dr.in Heidelinde Jakse; Steiermärkische Gebietskrankenkasse
  • DGKS Monika Klampfl-Kenny, MPH; Land Steiermark Abteilung 8, Gesundheit und Pflegemanagement
  • Mag.a (FH) Verena Krammer; Steiermärkische Gebietskrankenkasse
  • Mag. (FH) Stefan Pawlata; Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark
  • a.o.Univ.- Prof.in Dr.in med. Éva Rásky, MME; Medizinische Universität Graz, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
  • Mag.a Bettina Schrittwieser; Kammer für Arbeiter und Angestellte für Steiermark, Konsumentenschutz
  • a.o.Univ.- Prof.in Dr.in Heidi Stranzl-Lawatsch; Ärztekammer Steiermark