Evaluierung Regionaler Strukturplan 2011

Qualitätssicherung hat ergeben, dass der eingeschlagene Kurs richtig war und ist. Landesrat Christopher Drexler: „Bin mir der Sorgen der Voitsberger Bevölkerung bewusst, daher habe ich mir das Evaluierungsergebnis in diesem sensiblen Bereich sehr genau angesehen.“
Landesrat Mag. Christopher Drexler: „Es ist mir bewusst, dass die Schließung der Geburtenstation von der Voitsberger Bevölkerung mit großen Sorgen und Ängsten verbunden ist. Ich habe mir daher die Evaluierungsergebnisse in diesem sensiblen Bereich sehr genau angesehen und hinterfragt. Es war mir wichtig, das Evaluierungsergebnis den Bürgermeistern des Bezirks Voitsberg und den Vertretern der Initiative „Schützt kleines Leben“ persönlich zu präsentieren. Die Geburtenzahlen haben in den letzten Jahren stark abgenommen, im Gegenzug steigen die qualitativen Anforderungen. Gerade die Argumente im Hinblick auf die Qualitätssicherung, die erst ab einer bestimmten Größe gewährleistet werden kann, haben mich jedoch überzeugt, dass der eingeschlagene Kurs richtig war und ist.“

Das Hebammenzentrum in Voitsberg wurde nach der Schließung der Geburtenstation im LKH Voitsberg eröffnet. Das Hebammenzentrum gewährleistet hohe Beratungsqualität und ausgezeichnete Begleitung durch die Schwangerschaft, mit dem die Gebärenden außerordentlich zufrieden sind. Es ist auch die erste Anlaufstelle für Mütter im Wochenbett und während der Stillzeit.

KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ. Prof. Tscheliessnigg: „Es ist einfach so, dass bei rund 400 Geburten pro Jahr der einzelne Gynäkologe, der ja auch nicht rund um die Uhr 365 Tage im Jahr Dienst tut, viele mögliche Komplikationen während seiner Ausbildung gar nie zu sehen bekommt, sondern vielleicht erst, wenn er oder sie alleinverantwortlich Dienst hat.“ Damit sei klar: rund eine Geburt pro 24 Stunden erhöhe naturgemäß die Zeit für menschliche Zuwendung und Servicequalität pro Patientin, allerdings geht dies klar auf Kosten der medizinisch–fachlichen Qualität, sobald erfahrene Ärzte, die noch die geburtenstarken Zeiten kennen in Pension gehen.

Klare Aussagen trifft aber auch die Gruppe hochrangiger Fachexperten und Fachexpertinnen, welche speziell die durch den RSG 2011 herbeigeführte Veränderung im geburtshilflichen Angebot steirischer Krankenhäuser evaluiert hat: Dementsprechend folgt man weltweit dem Trend, geburtshilfliche Abteilungen nur noch ab vielen hundert Geburten jährlich zu führen. Seit der Schließung der Geburtenstation Ende 2012 erfolgt die Versorgung im Wesentlichen über die beiden Standorte Deutschlandsberg und Graz. Mehr als 95% der Bevölkerung des Bezirks Voitsberg erreichen eine dieser geburtshilflichen Abteilungen innerhalb von 45 Minuten. Konkret zeigt sich, dass im Raum Voitsberg, seit der Schließung der Abteilung am LKH Voitsberg, die Zahl der Geburten im Rettungswagen nicht zugenommen hat.

Durch die demographischen Veränderungen ist auch die damit Hand in Hand gehende Veränderung des Bedarfs an Gesundheitsangeboten erforderlich. Mit den Spezialangeboten wie etwa Vorsorgecoloskopie, Diabetes- und Bluthochdruckschulung bis hin zu Akutgeriatrie und Remobilisierung verfügt das LKH Voitsberg über ein hochmodernes Angebot für die in seinem Einzugsbereich stark wachsende Gruppe der älteren und alten Menschen.

„Das LKH Voitsberg mit den Abteilungen für Innere Medizin und Allgemeinchirurgie, sowie das Vorhandensein eines funktionierenden Notarztwesens erfüllt heute einen wesentlichen Auftrag in der Versorgung der zunehmend älteren Bevölkerung des Bezirkes. Durch eine diesbezügliche Schwerpunktsetzung am Standort Voitsberg kann der Betrieb des Krankenhauses langfristig gesichert werden“, so Landesrat Drexler.
 
Koinig, Klima (Gesundheitsfonds Steiermark), Landesrat Drexler, Tscheliessnigg, Fartek (KAGes)